Wie Hilde entsteht

Hilde entsteht mit KI-Unterstützung: KI als Werkzeug, nicht als Quelle für KI-Slop. Heiko Zimmermann entwirft die Sprache, entscheidet und prüft. Jede Änderung, ob von Hand oder mit KI-Hilfe geschrieben, muss dieselben Hürden nehmen: die Regeln des Compilers, die Verträge, die Tests und die Prüfläufe.

Eine Sprache, die viele Fehler früh abfängt

Der Compiler fängt viele Fehler ab, bevor ein Programm läuft, gleich ob ein Mensch sie macht oder ein Assistent:

Ein Assistent kann Hilde gut schreiben, ein Mensch kann es lesen und verantworten.

KI-Assistenten gehören zu den Nutzern von Hilde. Wo sie beim Schreiben stolpern, etwa über eine unklare Fehlermeldung oder eine mehrdeutige Stelle der Syntax, wird das gesammelt wie Rückmeldungen aus einem Nutzertest. Was davon in die Sprache eingeht, entscheidet der Entwickler.

LUCIO

LUCIO (LLM Unified Control, Integration & Orchestration) ist ein eigenes Werkzeug, das den Entwickler unterstützt. Es verwaltet die Arbeitsaufträge, hält Entscheidungen, Läufe und Befunde mit ihrem Ergebnis fest und führt die Tests automatisch aus. Der Entwickler entscheidet; LUCIO unterstützt, dokumentiert und prüft.

In der Praxis fängt LUCIO viele Fehler ab, bevor sie übernommen werden. Für Audits setzt es mehrere Modelle ein, darunter Claude Opus, Claude Fable und GLM: Sie prüfen denselben Code aus verschiedenen Blickwinkeln, die Ergebnisse werden zusammengeführt. Das ist sehr wirkungsvoll und für ein Projekt ohne ein Team aus mehreren 10x-Entwicklern eine echte Hilfe.

Craft, über das derzeit viel gesprochen wird, erledigt alles automatisch. LUCIO dagegen arbeitet mit dem Entwickler zusammen, und die Entscheidungen bleiben bei ihm.

Prüfläufe

Jede Änderung durchläuft den schnellen Prüflauf: Build, Unit-Tests, End-to-End-Tests, die Beispiele mit Zählung der Compiler-Warnungen, die Tests der Standardbibliothek und die Prüfung der Dokumentation. Vor einem Release kommt der vollständige Prüflauf hinzu, mit einem zweiten C-Compiler, dem Clang Static Analyzer, cppcheck und den langen Testläufen: AddressSanitizer, UndefinedBehaviorSanitizer und valgrind finden Speicherfehler und undefiniertes Verhalten zur Laufzeit, AFL++ sucht mit veränderten Eingaben nach Abstürzen. Der vollständige Prüflauf für Hilde 1.0.0 dauerte knapp zwei Stunden und bestand alle 22 Abschnitte.

Ein Beispiel aus den Prüfläufen vor Hilde 1.0.0 (Oktober 2026):

Geprüft wird unter OpenBSD 8.0, FreeBSD 15.1, Linux und macOS.

Fehlerfreie Software gibt es nicht. Trotz aller Tests und Protokolle schleicht sich immer etwas ein, das erst im Betrieb auffällt. Das gilt für jedes Projekt, ob ein 10x-Entwickler daran arbeitet oder ob es KI-gestützt entsteht.

Entscheidungen

Entwurfsentscheidungen werden mit Begründung und verworfenen Alternativen festgehalten. Die wichtigsten fasst die Seite Entwurfsentscheidungen zusammen.